Aussichtsturm auf der Sophienhöhe - Rheinisches Revier


DATEN


Auslober

NEULAND HAMBACH GmbH

Architekten

Dipl.-Ing. J.-Ulrich Blecke, Warstein
Dr.-Ing. Christoph Spiekermann, Erfurt

Planung

2025

PROJEKT


Wettbewerb

Der Turm ist ausgerichtet auf den bis 2070 entstehenden See im Tagebau Hambach und stellt durch seinen robust-industriellen Materialcharakter, seine konstruktive Formensprache sowie durch die Geländeabstufung eine direkte gedankliche Verbindung her zum Braunkohletagebau.

Aufgehende Bögen aus konstant gebogenen Stahlprofilen (Radius 50m) sind um je 30° zur Mittelachse aufgestellt und neigen sich in der oberen Hälfte dem zukünftigen See entgegen. Untereinander verbunden bilden sie ein K-Fachwerk.

Als optisches und statisches Gegengewicht wirkt das Treppenhaus, welches sich durch eine ungleiche Anzahl an Stufen pro Lauf knapp 5° aus der Senkrechten nach hinten neigt. Die Treppenwangen werden zur Aussteifung in Längsrichtung aktiviert. Eine flächig anmutende Verschalung aus Douglasienhölzern verstärkt die optische Masse dieses Elements und bietet einen gewissen Schutz gegen Witterung und Höhenangst beim Aufstieg.

In der unteren, schlankeren Turmhälfte werden die Bögen noch mit dem Treppenhaus durch Auskreuzung in Längsrichtung gegen Kippen versteift, in der oberen Hälfte dagegen wird die Konstruktion lichter und weiter.

An die hinteren Treppenpodeste sind halbrunde, selbsttragende Kapseln angehängt, die im Wechsel Raum bieten für eine thematische Bespielung bzw. für Ruhebänke. Diese Räume sind im Rücken geschützt durch ein vorgespanntes Architekturgewebe aus Metalldrähten.

Die vorderen Treppenpodeste weiten sich im oberen Bereich des Turms zwischen den Bögen zu drei Aussichtsplattformen mit zunehmender Höhe und Größe auf. Die unteren beiden Ebenen bleiben noch geschützt hinter den Bögen und ergeben mit der jeweils darüber liegenden Ebene interessante zweigeschossige Raumsituationen, in die der jeweils nächste Podest als Balkon eingreift. Rund 34m über der ursprünglichen Lichtung schiebt sich das oberste und mit 62,2m² größte Podest aus den Bögen und der Standfläche des Turms heraus.

Der Turm kann in allen (sich vielfach wiederholenden) Elementen vollständig im Werk vorgefertigt und unter Berücksichtigung der maximalen Transportmaße an den Bauplatz gebracht werden. Vor Ort werden die Einzelteile nur noch durch Kopfplattenstöße in allen Anschlusspunkten verschraubt.

Lage und bevorzugte Blickrichtung
Ansicht Seite
Ansicht vorn
Detail Luftraum
Planung der Vorfertigung
Visualisierung